Die Sache mit der Sprache im Internet

- Image by Jens-Olaf via Flickr
Ich bin sicher, dass ich mit meinem Problem nicht ganz alleine bin. Dank meiner Eltern bin ich mit der italiensichen Sprache aufgewachsen. Mein Leben in Deutschland beschenkte mich mit der deutschen Sprache und Schule und Ausbildung rundeten meinen Sprachschatz mit Englisch.
Mit diesen Sprachen als Basis, kam ich in den letzten Jahren auch ganz gut in Spanien und Frankreich klar. Verstehen und lesen der beiden Sprachen fällt mir sehr leicht und mit ein wenig Phantasie und Mut bekomme ich auch verständliche Sätze raus.
Dieses Glück wird mir langsam aber sich im Internet zum Strick. Wie kommuniziere ich im Web? Nicht die Art und Weise beschäftigt mich, sondern die Sprache. Es ist unmöglich alle Postings, Kommentare und Beiträge in drei oder vier Sprachen zu verfassen, nur damit ich sicher gehen kann, dass all meine Leser, Freunde, Bekannten, Geschäftspartner usw usw es verstehen.
Komplett auf Englisch umzustellen hätte vielleicht die größte Reichweite, aber aus der Erfahrung weiß ich, dass man gerade in Deutschland dann gerne "abschaltet". Auf Italiensich würde ich den Kreis auf meine Verwandeten und Freunde in Italien reduzieren und nur auf Deutsch verliere ich jegliche Bedeutung bei Kontakten jenseits der D A CH Grenzen.
Nicht einfach, oder? Wie löst ihr das?
Speaker mit Hochschulzertifikat
Viele von euch wissen es vieleicht nicht, aber bevor mich das Internet in die Finger bekommen hat war ich viele Jahre als Trainer, Dozent, Berater oder wie immer man es nennen möchte unterwegs. Mit dem DozentenScout betreibe ich seit vielen Jahren das wohl erfolgreichste Portal für Menschen der Branche Weiterbildung / Erwachsenenbildung. Lange Zeit war es für mich ein Bedürfniss die neuen Medien verstärkt in der deutschen Bildungslandschaft zu positionieren. Mit ein Grund, der mich damals aus dem Gebiet der Präsenzveranstaltungen vertrieben hat, war die für Nicht-Trainer kaum vorstellbare Dimension an Selbstdarstellern wie sie in diesem Bereich anzufinden sind.
Jeder von euch war sich mehr als einmal in einem Seminar oder Vortrag. Seien wir ehrlich, wie oft sind wir mit den Eindrücken des Tages ins Bett gegangen und waren der Meinung "Wow! Das was ich heute gehört habe, hat mich wirklich weitergebracht." ... Genau! eigentlich nie, oder?
Nun sind es genau diese "Experten" die sich auf die Fahne schreiben "das beste Programm das es weltweit gibt um ein Professional Speaker zu werden" gebaut zu haben. Ja sogar von "Besten der Besten" ist im Grußwort die Rede.
Bei aller Liebe, irgendwo muss der Irrsinn mal ein Ende haben. Selbst wenn die Inhalte gut gewählt und die Dozenten wirklich gute Wissenvermittler und Experten auf ihrem Gebiet wären, was rechtfertigt denn diesen Preis? Den potentiellen Teilnehmern im Werbeflyer vorzumachen, dass man später mit einem solchen Zertifikat leichter an tolle und gut bezahlte Speaker-Auftritte kommen könnte gehört in das Reich der Fabeln und Märchen.
Für bleibt zu hoffen, dass solche Angebote recht schnell wieder vom Markt verschwinden und sich Speaker, Dozenten, Trainer ... wieder auf das konzentrieren was die Tagessaätze rechtfertigt, nämlich auf das Vermitteln von wahrem und mich weiterbringendem Wissen.
... schlecht unterhalten werde ich im TV schon genug ....
Unsinn !
Im Laufe der kommenden Woche werde ich mich hierzu noch in großem Umfang äußern.
Wer auch immer die Menschen sind, die knapp 10.000€ in eine "Ausbildung" zum Speaker mit Hochschulzertifikat stecken ... tz tz tz!
Der Nürnburger muss her !!!
Ich bin sicher kein großer Freund von Uli Hoeneß, aber vor der Aktion ziehe ich meinen Hut und wenn den Nürnburger würde ich unheimlich gerne bei McDonalds sehen.
Dankbar!
Vor einigen Wochen war dieser Artikel von XING CEO Gross-Selbeck bereits in der FAZ zu lesen. Seit einigen Tagen erfreut sich nun auch das XING-Blog über ihn.
Der Kopf von XING beschreibt, was sicher vielen Unternehmen tagtäglich im Kopf umherschwirrt. Gerade Deutschland hinterfragt fast im Stundentakt warum man technologisch dem Rest der Welt so hinterherhinkt. Innovativ will man in Deutschland sein. Maßstäbe setzen!
Wie um Himmels Willen soll das möglich sein, wenn sich immer wieder Menschen auf Gesetze aus der virtuellen Steinzeit berufen?
Die Anforderungen und Wünsche der Nutzer an die Betreiber von Online-Diensten werden immer größer. Oft sind es die, die den größten Komfort und Nutzen wünschen auch die die am lautesten schreien wenn es um die Verwendung von Daten geht um eben diesen Nutzen und Komfort zu bieten.
Deutschland wird immer hinter Ländern stehen die ihre Gesetzestexte an die aktuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse angepasst haben.
An dieser Stelle nochmals meinen Dank an Herrn Gross-Selbeck.
Internetexperten für Deutschland
fast ohne Kommentar nur ein paar Highlights !
- SPD: Alvar Freude, Lothar Schröder, Wolfgang Schulz und Cornelia Tausch
- Grüne: Jeanette Hofmann und Markus Beckedahl
- Linke: Annette Mühlberg und Constanze Kurz
- CDU: Bernhard Rohleder, Nicole Simon, Dieter Gorny, Harald Lemke, Wolf-Dieter Ring und Christof Weinhardt
- FDP: Hubertus Gersdorf, Wolf Osthaus und padeluun (vermutlich bürgerlich Rainer Schäffner)
Nicole Simon ist fast so berühmt wie Sascha Lobo in der Social-Media-Welt: Autorin (Twitter: mit 140 Zeichen) und Bloggerin, gründete das Girl Geek Dinner Deutschland und gehörte zum Beispiel zum next09-Komitee. In politischem Kontext habe ich bisher offen gestanden aber sehr wenig von ihr gehört, es scheint beinahe, als habe sie keine öffentlich publizierte Meinung. Sie gilt aber als Expertin im Social Media Bereich und wird deswegen häufig interviewt, wobei man von hier häufig Appelle an den eigentlich gesunden Menschenverstand hört, welche Daten man lieber für sich behalten sollte.
padeluun (vermutlich bürgerlich Rainer Schäffner) macht ein großes Geheimnis um seinen richtigen Namen und setzt sich auch sonst vielernorts für den Datenschutz von anderen Bürgern ein. Er ist Vorsitzender des Datenschutzvereins FoeBuD, Mitarbeiter im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und einer der Organisatoren sowie Jurymitglied der deutschen Big Brother Awards. Nebenbei ist er noch Künstler und war Vorbild für eine Figur des Romans “Verschwende deine Jugend”.
Quelle: http://www.talinee.de/2010/04/24/das-sind-deutschlands-internetexperten/
DSDS – Ein Fazit
Nun ist sie also vorbei. Die siebte Staffel von DSDS hat ihren Sieger. Mehrzad Marashi wurde von Deutschlands DSDS Publikum zum Superstar 2010 gewählt. Soweit die Fakten!.
Was passierte jedoch wirklich? Es steht völlig außer Frage, dass sowohl Mehrzad als auch Menowin Fröhlich grandiose Stimmen haben und eine beeindruckende Bühnenpräsenz. Ich denke man kann sich auch darauf einigen, dass am gestrigen Finalabend Menowin aus allen drei Runden als Sieger hervorging. Tatsache ist aber auch, dass sich Deutschlands Publikum und Medien einmal mehr zum Lehrmeister aufgespielt haben.
"Du böser Menowin darfst nicht Deutschlands Superstar werden" Sorry, aber ist es denn nicht möglich die aktuellen Leistungen auf der Bühne mit der Vergangheit oder dem Privatleben eines jungen Mannes zu trennen? An allen Ecken und Enden schreien Medien nach dem Schutz der Privatsphäre, wenn es jedoch die Leserzahl erhöht ist jedes Mittel recht. Mir ist leider noch nicht ganz klar, warum sich die BILD so sehr gegen Menowin gestellt hat.
Nochmals! Mehrzad ist sicher ein würdiger Superstar, aber die kommenden Wochen werden zeigen ob seine "Fans" auch wirkliche Fans sind und Konzerthallen füllen bzw. seine Songs kaufen. Hier hege ich meine Zweifel und befürchte, dass gestern viele "nur" Mehrzad-Fans waren um Menowin nicht zu einem Deutschen Superstar zu machen.
Da ich mit meinem Prognosen in Sachen DSDS nicht schlecht lag, wage ich eine weitere.
Wir werden wohl noch länger von Menowin Fröhlich als Star hören, als von Mehrzad Marashi (oder die BILD kramt auch über ihn noch irgendwelche Horrorgeschichten aus).
Deutschland, Datenschutz und Impression-Management
Dieser Beitrag stand schon sehr lange auf meiner ToDo-Liste und die Tweets zu Jeff Jarvis im Rahmen der re-publica 2010 in Berlin haben mir den letzten Kick gegeben in nun endlich zu schreiben.
Es ist für mich faszinierend, wie man hier in Deutschland das Thema Datenschutz nach belieben definiert und diskutiert. Mit mehr als 10 Jahren KnowHow über das was Menschen im Web antreibt, maße ich mir an zu behaupten, dass die die lautesten für strengere Richtlinien im Umgang mit den Online-Inhalten schreien auch diejenigen wären die härtesten darunter zu leiden hätten wenn es denn so käme.
Das Internet ist für alle eine wunderbare Sache. Es macht uns in gewisser Weise alle gleich
. Jeder erhält eine Bühne mit einem zig-Millionenpublikum. Manche von uns spielen nur kleine Akte, andere eine Nebenrolle doch eine sehr große Anzahl bewirbt sich tagtäglich um die Hauptrollen die im aktuellen Stück zu vergeben sind. Menschen mit einer guten Schreibe und / oder großer Klappe haben hier deutlich mehr Chancen einen temporären Platz an der Sonne zu bekommen als die reinen "Konsumenten".
Machen wir uns doch nichts vor. Ein großer Teil von uns ist einfach nur geil darauf wenn andere auf einen abfahren (sorry, heute heißt das wohl retweeten). Es gibt uns für einen kleinen Moment das Gefühl beachtet und geschätzt zu werden... und dabei war es nicht mehr als ein Klick von jemandem der zu faul war eine News zu veröffentlichen.
Sätze wie zum Beispiel: "Was macht Facebook mit unseren Daten?", "Ich will wissen was Google üb
er mich weiß und was sie damit machen" oder "Wem gehört eigentlich mein Xing-Profil" sind für
mich einfach nur ermüdent. Für können doch nicht ernsthaft für uns ins Anspruch nehmen, dass wir all diese tollen Dienste und Tag für Tag für unser Impression-Management nutzen dürfen ohne auch nur den geringsten Preis dafür zu zahlen.
Was wir dem Internet geben, machen wir zu jeder Zeit mit vollem Bewusstsein. Wir tun dies, weil wir genau in diesem Augenblick um Aufmerksamkeit betteln. Die Grenzen zwischen realem Leben und virtuellen Aktivitäten wird künftig nicht verschwinden ... sie ist bereits nicht mehr vorhanden. So schnell es geht sollten wir alle verstehen, dass die Dinge die wir im realen Leben vor anderen verbergen, auch im Internet nichts verloren haben.
Wir brauchen keine strengeren Richtlinien in Sachen Datenschutz, wir brauchen alle nur unseren gesunden Menschenverstand bei den Dingen die wir tun ... on- und offline.
Die Quotenspackos von DSDS
Ja, ich bin bekennender DSDS Groupie. Warum? Weil ich Respekt vor dem Erfolg eines Dieter Bohlen habe und mich an manchen Abenden gerne unterhalten lasse ohne dabei nachdenken zu müssen.
Die TOP15 für das Jahr 2010 stehen seit weniger Minuten fest. Jahr für Jahr ist die Besetzung für die Mottoshows identisch. Es gibt ein paar Favoriten, eine Blondine, ein paar Lachnummern die Zuschauer und Diskussionen bringen, mindestens eine Reizfigur und ein wenig Füllmaterial für die ersten 5 Livesendungen.
Hier meine ganz persönliche Einteilung:
Füllmaterial (scheidet in der ersten Livesendung aus)
- Naomi Marte
- Kevin Reichmann
- Maria Valencia
- Céline Denefleh
die Lachnummern und Spalter der Nation
- Dirk Petry
- Helmut Orosz
- Marcel Pluschke
die Reizfiguren
- Thomas Karaoglan
- Kim Debowski
- Ines Redjeb
die Blondine
- Steffi Landerer
meine Favoriten
- Mehrzad Marashi
- Menowin Fröhlich
- Nelson Sangaré
- Manuel Hoffmann

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